Keine Zerschlagung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) hat Befürchtungen zurückgewiesen, die Evaluierung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) durch den Wissenschaftsrat könne auf deren Zerschlagung hinauslaufen.

Diese gelegentliche Darstellung in den Medien entspreche nicht den Tatsachen, sagte Grütters am Mittwoch vor dem Kulturausschuss. Der Wissenschaftsrat werde die Evaluierung von Deutschlands größter Kultureinrichtung völlig unabhängig und ohne jede Vorgabe durch ihr Haus vornehmen. Die Evaluierung der SPK sei auch nicht die Folge eines „Konfliktes“ zischen ihr und der Stiftung. Aber 60 Jahre nach Gründung der SPK sei eine Evaluierung der inhaltlichen Arbeit und der Strukturen nötig. Der Wissenschaftsrat werde im Rahmen der Evaluation, deren Ergebnis im Jahr 2020 vorgelegt werden soll, unter anderem die gemeinsame Finanzierung der SPK durch Bund und Länder und die vorhanden Doppelstrukturen auf den Prüfstand stellen, ebenso die inhaltliche Arbeit der einzelnen Institutionen und Fragen der Digitalisierung und der Forschung. Der Wissenschaftsrat verfüge über die „höchste Kompetenz“ für diese Aufgabe. Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, unter deren Dach die Staatlichen Museen zu Berlin mit ihren 15 Sammlungen und die Staatsbibliothek zu Berlin, das Geheime Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, das Staatliche Institut für Musikforschung und das Ibero-Amerikanische Institut zusammengefasst sind, wird zu 75 Prozent durch den Bund und zu 25 Prozent durch die Länder finanziert.

SPK-Präsident Hermann Parzinger bezeichnete auf Nachfragen aus den Fraktionen eine „Zerschlagung“ der Stiftung als „absurd“. Vielmehr müsse es darum gehen, die Arbeit der einzelnen Museen, Sammlungen und Institutionen innerhalb der SPK besser miteinander zu verbinden, beispielsweise durch eine verstärkte Digitalisierung. Darin liege ein ungeheures Potenzial. Parzinger wies zudem die Kritik wegen rückläufiger Besucherzahlen in den Museen der SPK zurück. Diese Entwicklung sei wegen sanierungsbedingter Schließungen – beispielsweise beim Pergamonmuseum – zu erklären. Die Sanierung der Bauten der SPK sei derzeit eine der großen Herausforderungen. Neben den alten preußischen Bauten müssten nun eben auch die Kulturbauten der 1960er Jahre im ehemaligen West-Berlin saniert werden. Nach Parzingers Angaben soll neben der Eröffnung des Humboldt-Forums in diesem Jahr auch der erste Spatenstich für das neue Museum der Moderne am Kulturforum erfolgen, zudem werde im Sommer die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel eröffnet und im Herbst das gegenüberliegende Haus Bastian als Zentrum für Bildung und Vermittlung.

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