„Der Postillon“ ist Sprachwahrer des Jahres

Sprachwitz gewinnt: Das Satiremagazin „Der Postillon“ ist „Sprachwahrer des Jahres 2017“.

Das hat die DEUTSCHE SPRACHWELT heute anläßlich der Leipziger Buchmesse bekanntgegeben. Die Leser der Sprachzeitung wählten den „Postillon“ mit knapp der Hälfte der Stimmen (47,2 Prozent) auf den ersten Platz. Auf den zweiten Platz kommt die Académie française, auf den dritten der „unbekannte Deutschlehrer“. Die „Sprachwahrer des Jahres“ werden hier ausführlich gewürdigt: http://www.deutsche-sprachwelt.de/sprachwahrer/index.shtml.
Es ist schwierig, keine Satire zu schreiben. Für den „Postillon“ ist dies besonders schwierig. Mit Schlagzeilen wie „Neun von zehn Schülern schreiben ‚Rentner‘ verkehrt herum“, „Feministinnen fordern Umbenennung von Mannheim in Menschheim“ hat das Satiremagazin innerhalb von zehn Jahren mehr als eine Million Leser gewonnen. Die Redaktion des Satiremagazins versteht nicht nur ihr Sprachhandwerk, sondern veröffentlicht auch sprachkritische Meldungen. „Der Postillon“ macht auf diese Weise auf sprachpolitische Fehlentwicklungen aufmerksam und regt zum Nachdenken über den Sprachgebrauch an. Er nimmt dabei auch die zeitgeistigen Moralhüter und Sprachpolizisten aufs Korn, die mit Hilfe von Einschüchterung und sozialem Druck Macht ausüben.
Auf die Meldung „Aus ‚seid‘ und ‚seit‘ wird einheitlich ‚seidt‘“ fiel sogar der Mitteldeutsche Rundfunk herein. Auch die Forderung von Männerrechtsaktivisten eines „Linguistischen Männerbunds“, aus Geschlechtergerechtigkeit eine männliche „Endung „-er“ („Bäckerer“, „Polizister“) einzuführen, hielten viele für wahr. Der Erfolg solcher Meldungen zeigt vor allem eins: Die Deutschen beschäftigen sich eingehend mit ihrer Sprache. „Der Postillon“ verleiht der Kritik an Fehlentwicklungen eine satirische Stimme und sorgt dafür, daß das Sprachbewußtsein fortwährend geschärft wird. Seit dem Jahr 2000 wählen die Leser der DEUTSCHEN SPRACHWELT „Sprachwahrer des Jahres“, um vorbildlichen Einsatz für die deutsche Sprache zu würdigen. Die Auszeichnung erhielten bisher beispielsweise Miroslav Klose (2016), Frank Plasberg (2012), Loriot (2011), Papst Benedikt XVI. (2005) und Reiner Kunze (2002). Die DEUTSCHE SPRACHWELT stellt seit 2003 jedes Jahr auf der Leipziger Buchmesse aus. Der Stand befindet sich in Halle 5, E 103.

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